Tagungsbericht

Symposium zur organischen Synthese im Südwesten

06.01.2025

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Am 11. Oktober 2024 fand der 27. Tag der Organischen Chemie an der Universität Stuttgart (Tocus) statt. Die Veranstaltung bot ausgewählten Promovierenden aller universitären Chemiestandorte in Baden-Württemberg ein Forum, ihre Ergebnisse zu präsentieren; zwölf hielten einen Vortrag. Die Veranstaltung gipfelte im Festvortrag von Burkhard König zu besseren Synthesen mit Licht.

Beim Symposium Tocus in Stuttgart tauschten sich Enthusiasten der organischen Chemie aus dem Südwesten Deutschlands aus. Den ersten Vortrag hielt Bastian Pfeuffer (AK Wagenknecht, Karlsruher Institut für Technologie) zu bioorthogonaler Markierung von DNA und RNA durch Nucleotide, die mit Chromophoren versehen werden. Im Vortrag danach von Maren Neubrand (AK Sarkar, Stuttgart) ging es um Metallkomplexe mit mesoionischen Carbenen, die Radikale stabilisieren und mit denen sich Kohlenstoffdioxid leichter fixieren lässt. Es folgte eine Präsentation von Rocio Rodriguez (AK Krüger, Stuttgart) zu nanoskaligen Diamanten, die sich für die Katalyse eignen.

image Abb.1: Vortragende an der Universität Stuttgart, Betreuer und Sponsorenvertreter. Foto: Leon Stark

In der zweiten Vormittagssession berichtete Christoph Nopper (AK Breit, Freiburg) zunächst über heteroatomstabilisierte Radikale und deren Einsatz in der Photokatalyse. Anschließend sprach Jakob Arnold (AK Marx, Konstanz) über die Synthese von NAD+-Analoga als Enzyminhibitoren. Schließlich referierte Jan Hartenfels (AK Richert, Stuttgart) über neue Tetraaryladamantane als Kristallisationsvermittler für Naturstoffe, die bei Raumtemperatur flüssig sind.

Nach der Mittagspause hielten Martin Adam (Karlsruhe) und Wolfgang Frey (Stuttgart) einen Kristallographieworkshop zu technischen Aspekten der Chaperonmethode. Danach ging es weiter mit den Promovierendenvorträgen: Erik Wimmer (AK Estes, Stuttgart) berichtete über reversible oxidative Additionen an Palladiumkatalysatoren; Julius Knöller (AK Laschat, Stuttgart) beleuchtete die Theorie hinter Flüssigkristallen, die verzögerte Fluoreszenz zeigen; Andreas Englert (AK von Delius, Ulm) zeigte, wie sich Nucleosidphosphate in Nichtgleichgewichtsreaktionen einsetzen lassen.

In der letzten Session trug Sonja Biebl (AK Bettinger, Tübingen) vor, wie sich Azaborinine verwenden und in Durchflussapparaturen synthetisieren lassen. Anschließend sprach Khushbu Jangid (AK Peters, Stuttgart) über polyfunktionale Katalysatoren in asymmetrischen Reaktionen. Im letzten Promovierendenbeitrag beschrieb Simone Ebel (AK Mastalerz, Heidelberg), wie sich chirale polycyclische Strukturen, genannt „monkey saddle structures“, synthetisieren lassen.

Die 27. Thieme Lecture in Organic and Bioorganic Chemistry hielt Burkhard König, Professor für organische Chemie an der Universität Regensburg. Der Vortrag „Better Organic Synthesis with Light“ zeigte, wie Lichteinwirkung Reaktionen ermöglicht, beispielsweise bei Dehydrierungen, Carboxylierungen und Kupplungen. Selbst Umsetzungen mit Feststoffen als Edukte sind photochemisch möglich. Erleichtert werden die neuen Synthesen durch Fortschritte bei Apparaten wie LED-Lichtquellen und Reaktoren.

Clemens Richert

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