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Schlenk in Tübingen

Reiner Anwander

04.10.2011

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Als Wilhelm Schlenk, 56-jährig, aufgrund politischer Inkompatibilität zum 1. Oktober 1935 von Berlin nach Tübingen ziehen musste, war sein wissenschaftlicher Ruhm lange begründet: nach den Stationen München, Jena und Wien hatte ihn im Jahr 1921 die Friedrich-Wilhelms-Universität — die heutige Humboldt-Universität — nach Berlin berufen. Er sollte als Nachfolger von Emil Fischer am damals wohl renommiertesten deutschen Lehrstuhl lehren und forschen (Abbildung 1). 1 Die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 schwächte Wilhelm Schlenks Position in Berlin maßgeblich. Schlenk machte aus seiner demokratischen Gesinnung keinen Hehl, er w...

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