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„Keine kreativen Grenzen zwischen Fächern“

06.01.2025

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Katharina Landfester erhält die Liebig-Denkmünze 2024 für ihre Forschung zu organischen Polymeren und besonders zu Nanokapseln, mit denen Medikamente verabreicht und Zellen aufgebaut werden können. Die Liebig-Denkmünze wird seit 1903 in geraden Jahren vergeben und ist mit 7500 Euro und einer Silbermedaille dotiert.

Mein größtes Privileg als Wissenschaftlerin ist, … immer kreativ und neugierig sein zu dürfen und das tun zu können, was mich wirklich interessiert.

Die größte Überraschung meiner Forschungskarriere war, … dass es auch zwischen verschiedenen Fachrichtungen keine kreativen Grenzen gibt.

Ich habe Chemie studiert, weil … ich am Tag meines Abiturs beschlossen hatte, doch nicht Griechisch und Latein zu studieren.

Verraten Sie uns das Geheimnis des größten Erfolgs Ihrer Forschungskarriere?

Nie aufzugeben und auch nicht erwartete Ergebnisse immer offen zu diskutieren.

Eine Begabung, die ich gerne hätte, ist, … besser zeichnen zu können.

Der ideale Morgen sieht für mich so aus: gemütlich mit meiner Familie frühstücken und dabei Tee trinken.

Der beste Ratschlag, den ich bekommen habe, lautet:

Sei immer Du selbst!

Wenn ich für einen Tag jemand anders sein könnte, wäre ich … am liebsten immer noch ich selbst.

Meine besten Ideen kommen mir … beim Fahrradfahren oder Spazierengehen.

In einer freien Stunde … spiele ich gerne Querflöte, arbeite im Garten, gehe schwimmen oder wandern.

In den Nachrichten aus der Chemie lese ich immer als erstes … die Personalien.

Wenn ich einen Tag mit dem Namensgeber meines Preises verbringen könnte, würde ich … gerne über seine Arbeiten in der Agrikulturchemie sprechen, zum Beispiel die Entdeckung der Bedeutung von Stickstoffverbindungen und Mineralstoffen für das Pflanzenwachstum.

Ich würde ihn fragen, … wie er heute den Einsatz von Düngemitteln und die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft bewerten würde. Und wie er die Rolle des Wissenschaftlers in der Gesellschaft gesehen hat und was er über heutige interdisziplinäre Forschung oder den Einfluss von Wissenschaft auf politische Entscheidungen denken würde.

Mich würde sehr interessieren, … was die größten Herausforderungen seiner Karriere waren und wie er mit wissenschaftlichem Widerstand umgegangen ist. Gerne würde ich ihm dann einige Techniken von heute vorstellen. Ich wäre sehr gespannt, was er zu Mikroskopie- oder Spektroskopiemethoden sagen würde. Am Schluss würde ich ihm als einem der „Väter“ der modernen Chemie, der unschätzbare Grundlagen gelegt hat, danken.

Katharina Landfester, Jahrgang 1969, ist seit dem Jahr 2008 Direktorin des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung, Mainz, und Professorin an der Universität Mainz. Zuvor arbeitete sie als Professorin für makromolekulare Chemie und organische Materialien an der Universität Ulm. Promoviert hat sie im Jahr 1995 ebenfalls in Mainz, habilitiert 2002 in physikalischer Chemie an der Universität Potsdam. Foto: MPI-Pimage

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