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Was sich mit und aus Lebensmitteln machen lässt

29.08.2024

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Müll zu Bernsteinsäure | Organische Anteile fester Siedlungs- und Holzabfälle lassen sich in Bernsteinsäure umwandeln. Um dafür ein Verfahren zu entwickeln, kooperieren in einem EU-Projekt zehn Industriepartner und Forschungszentren aus sieben Ländern. Aus Deutschland beteiligen sich Covestro aus Leverkusen und das Stuttgarter Steinbeis-Europazentrum. Bernsteinsäure ist eine Plattformchemikalie in der Lebensmittel-, Pharma-, Kosmetik- und Chemieindustrie.

Zum Projekt Lucra: t1p.de/4qqe4

Gold mit Molke gewinnen | Forschende der ETH Zürich holen Gold aus Elektroschrott. Ihre Methode basiert auf einem Schwamm, den sie aus Molke herstellen, einem Nebenprodukt der Käseherstellung. Für den Schwamm aggregieren sie denaturierte Molkenproteine in einem Gel zu Proteinnanofasern und trocknen sie. Aus einer sauren Elektroschrottlösung adsorbiert der Schwamm Metallionen, vor allem Goldionen (AuCl4). Erhitzt man den Schwamm, reduzieren die Proteinfasern die Goldionen; es wachsen Einkristalle, die sich schmelzen lassen. So ergaben 20 Computerleiterplatten ein etwa 450 Milligramm schweres Nugget mit 91 Prozent Goldanteil; der Rest war vor allem Kupfer. Die Forschenden wollen nun die Technik zur Marktreife entwickeln.

Adv. Mater., doi: 10.1002/adma.202310642

Aktivkohle aus Essensresten | Ein Graduiertenkolleg der Universität Kassel erforscht Methoden, Aktivkohle aus Kartoffelschalen, Essensresten oder anderen Küchenabfällen herzustellen. Aktivkohle wird vor allem aus fossilen Rohstoffen hergestellt, wobei pro Tonne etwa 8,5 Tonnen CO2-Äquivalente entstehen. Die Kohle lässt sich auch aus Kokosschalen oder Holz herstellen – doch in mitteleuropäischen Städten ist das kaum eine Option.

Zum Projekt: t1p.de/y7198

Insekten-Crowdinvesting | Die Anlagen des Biotechunternehmens Reploid wandeln mit Larven der schwarzen Soldatenfliege Lebensmittelreststoffe in Proteine und Dünger um. Das Team sucht Investoren für ein Listing an der Wiener Börse im kommenden Jahr. Im Jahr 2022 hatte das österreichische Unternehmen (damals hieß es noch „Insektianer“) mit Crowdinvesting mehr als eine halbe Million Euro für die Entwicklung der Methode eingesammelt. Statt der damals geplanten großen Fabrik baut das Unternehmen jetzt modulare und dezentrale Industriesysteme. Eine Musteranlage steht seit zwei Jahren in Pegau im Landkreis Leipzig. Geld verdient das Unternehmen, indem es Anlagen und die Futterrezeptur verkauft, mit den Reststoffen handelt und die Erzeugnisse verwertet.

reploid.eu

Maren Bulmahn

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Industrie + Technik
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