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Coca – Ein indigener Beitrag zur europäischen Wissenschaft

30.05.2022

Obwohl Entdeckungen indigener Völker die wissenschaftliche Entwicklung oftmals gefördert haben, werden diese Leistungen außereuropäischer Kulturen weitgehend vergessen, wie am Beispiel der aus dem Pfeilgift (Curare) der Indianer des Amazonasgebiets entwickelten Muskelrelaxantien hier diskutiert wurde. Ein weiteres Beispiel eines unbeachteten Beitrags zur Wissenschaft ist die präkolumbische Kultur der Cocapflanze, die von Europäern unverstanden, zuerst verboten wurde, sich jedoch in Südamerika als wirtschaftlich bedeutend herausstellte. Da Forschungsreisende des 19. Jahrhunderts der Coca wahre Wundereigenschaften zuschrieben, wurde sie Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.


Zusammenfassung

Die Entdeckung der Cocapflanze und Entwicklung ihres Anbaus stellt eine einzigartige Kulturleistung der indigenen Bevölkerung im heutigen Bolivien und Peru dar. Für die europäische Wissenschaft war sie Grundlage für die Isolierung des Cocains, dessen Strukturaufklärung, industrielle Produktion und die Entwicklung von Ersatzstoffen erheblich zum Fortschritt der wissenschaftlichen und industriellen Chemie beitrugen. Ohne die Entdeckung der Lokalanästhesie durch Cocain, wäre auch die moderne Medizin undenkbar, da Lokalanästhetika im klinischen Bereich die mit am häufigsten eingesetzten Medikamente sind. Auf der anderen Seite wurden die Ursprungsländer in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts vom wirtschaftlichen Erfolg des Cocains zunehmend ausgeschlossen. Der seitdem weltweit verbreitete Cocainismus ist als westliche Erfindung den Ursprungsländern nicht anzulasten, so dass es eine weitere Benachteiligung ist, dass ihnen durch die vielfache Gleichsetzung von Coca und Cocain die traditionelle Vermarktung der Coca als Genussmittel erschwert wird.

Summary

The significant cultural achievement of the development of the cultivation of Coca (Erythroxylum coca) by the indigenous South Americans was never adequately recognised by the European Conquerors. The aim of this paper is to demonstrate its importance for Western science by summarising its perception during the colonial period and the 19th century and reviewing the isolation of cocaine, its use as local anaesthetic, determination of its chemical structure and synthesis of substitutes as milestones of Western chemistry, pharmacy and medicine. Finally, it summarises the culturally impact of cocaine on the Western culture during the 20th century and the economic impact of coca production in South America.

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