Expertin für Polysaccharide

Beate Pfannemüller (1920–2008)

14.12.2021

Von Beginn ihrer Doktorarbeit bis zum Ruhestand forschte Beate Pfannemüller am Institut für makromolekulare Chemie der Universität Freiburg. Sie leitete einen großen Arbeitskreis, stand aber vor allem am Anfang ihrer wissenschaftlichen Karriere im Schatten des Nobelpreisträgers Hermann Staudinger.

Beate Pfannemüller (geb. Beuteführ) wurde am 6. September 1920 in Wiesbaden geboren. Nach der Heirat mit dem Tropenmediziner Ludwig Pfannemüller (1915-2008) nahm sie seinen Namen an.
Pfannemüller legte ihr Abitur 1939 in Berlin ab und erhielt nach der Ableistung des Reichsarbeitsdienstes ein Stipendium für ein Studium in den USA. Da sie das Auslandsstudium wegen des Zweiten Weltkriegs nicht beginnen konnte, studierte sie Chemie in Berlin. Das Studium schloss sie 1944 mit einer Diplomarbeit über Carbodiimide bei Alfred Zetzsche ab.

Im Jahr 1946 begann Pfannemüller mit ihrer Doktorarbeit bei Elfriede Husemann (1908-1975) am Institut für makromolekulare Chemie der Universität Freiburg. Thema der Dissertation war die Sulfatierung von Xylanen, den zweithäufigsten natürlichen Polysacchariden. Wie ihre Doktormutter stand auch Pfannemüller lange im Schatten des Nobelpreisträgers Hermann Staudinger (1881-1965), dem Begründer der modernen Polymerchemie, der bis 1956 in Freiburg lehrte und forschte.

Nach erfolgreicher Promotion blieb Pfannemüller bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 1985 am Freiburger Institut, an dem sie einen großen Arbeitskreis leitete. Sie entwickelte sich zu einer Expertin für Polysaccharidforschung mit einem Fokus auf der Stärkechemie. Für ihre Verdienste auf diesem Gebiet erhielt sie 1988 die Saare-Medaille, eine Auszeichnung der Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung.

Beate Pfannemüller verstarb am 18. Oktober 2008 in Freiburg im Breisgau.

Quellen

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Walter de Gruyter, Berlin und New York, 12. Ausgabe, 1976, Band 1, S. 1373 und 14. Ausgabe, 1983, Band 3, S. 4830
  • P. Mischnick, Nachrichten aus der Chemie 53, 2005, S. 1076

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